Knieschmerzen: Orientierung nach Ort und Zeitpunkt

Patella-Kniebandage und Patellaband Kaeno Arc

Ein Ziehen beim Treppensteigen, ein steifes Knie beim Aufwachen, ein Schmerz, der sich nach dem Sonntagsjogging einschleicht: Knieschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden, unabhängig vom Alter und Aktivitätsgrad. Sie haben jedoch nicht nur eine einzige Ursache. Die genaue Stelle, an der Sie Schmerzen haben, und der Zeitpunkt, zu dem der Schmerz auftritt, geben wichtige Hinweise, die Sie mit einer medizinischen Fachkraft besprechen sollten. Hier erfahren Sie, worauf Sie achten können, welche einfachen Maßnahmen Sie im Alltag ergreifen können und vor allem, wann Sie nicht zu lange mit dem Arztbesuch warten sollten.

Das Knie in wenigen Worten

Das Knie verbindet oben den Oberschenkelknochen mit dem Schienbein. Vorne gleitet die Kniescheibe bei jeder Beugung in eine Rinne des Oberschenkelknochens. Zwischen Oberschenkel- und Schienbein knöpfen sich zwei Menisken als Stoßdämpfer. Bänder stabilisieren das Gelenk an den Seiten und in der Mitte, und Sehnen verbinden die Muskeln von Oberschenkel und Unterschenkel mit den Knochen: die Patellasehne unterhalb der Kniescheibe ist dabei am bekanntesten.

Diese Mechanik trägt bei jedem Schritt das Körpergewicht, und die Belastung nimmt zu, wenn Sie steigen, gehen, springen oder in die Hocke gehen. Deshalb kann dasselbe Gelenk auf sehr unterschiedliche Weise schmerzen.

Wo haben Sie Schmerzen? Orientierung nach der Stelle

Die unten aufgeführten Hinweise sind mögliche, häufig genannte Ursachen. Sie ersetzen keine Untersuchung: Nur eine medizinische Fachkraft kann eine Diagnose stellen.

Vor dem Knie, rund um die Kniescheibe

Ein diffuser Schmerz rund um oder hinter der Kniescheibe, der beim Treppensteigen, in die Hocke gehen oder nach langem Sitzen mit angewinkelten Beinen auftritt, deutet häufig auf ein patellofemorales Syndrom hin, d. h. auf Beschwerden bei der Bewegung der Kniescheibe über den Oberschenkelknochen. Es tritt sowohl bei Sportlern als auch bei weniger aktiven Menschen auf. Warum ist das Treppensteigen nach unten oft schmerzhafter als das nach oben? Wir erklären das in unserem Artikel über Knieschmerzen beim Treppensteigen nach unten.

Direkt unter der Kniescheibe

Ein gut lokalisierter Schmerz unterhalb der Kniescheibenspitze, der beim Springen, Laufen oder Treppensteigen auftritt, kann mit der Patellasehne zusammenhängen. Bei Basketball-, Volleyball- oder Läufern spricht man manchmal vom „Sprungknieschmerz“. Bei sportlich aktiven Jugendlichen kann ein Schmerz mit einer kleinen, etwas tiefer liegenden Beule auf dem oberen Schienbein auch auf die Osgood-Schlatter-Krankheit hindeuten, die mit dem Wachstum zusammenhängt.

An der Innenseite

Nach einer Verdrehung oder einem Stoß kann ein Schmerz an der Innenseite vom Innenband oder vom Innenmeniskus kommen. Ein allmählich zunehmender Beschwerden an einer etwas tiefer liegenden Stelle am oberen Schienbein können auch die Sehnen der „Pes anseris“ (Gänsefuß) betreffen. Im Alter ist diese Seite zudem häufig von Arthrose betroffen.

An der Außenseite

Bei Läufern und Radfahrern kann ein Schmerz an der Außenseite, der nach einer gewissen Zeit der Belastung auftritt und manchmal zum Abbruch zwingt, auf das Iliotibialband-Syndrom hindeuten, das auch als „Läuferknie“ bezeichnet wird. Eine Verdrehung kann ebenfalls den Außenmeniskus oder das Außenband betreffen.

Hinter dem Knie

Spannung nach der Belastung, das Gefühl eines Knötels, Beschwerden bei starker Beugung: Die möglichen Ursachen sind unterschiedlich, und einige erfordern eine rasche ärztliche Abklärung. Dazu haben wir einen ausführlichen Artikel über Schmerzen hinter dem Knie.

Wann haben Sie Schmerzen? Auch der Zeitpunkt ist wichtig

Während oder nach der Belastung

Ein Schmerz, der bei Belastung auftritt und sich in Ruhe bessert, hängt häufig mit einer Überlastung zusammen: zu schnelles Wiederaufnehmen der Aktivität, plötzliche Erhöhung des Trainingsumfangs, neuer Untergrund oder neue Schuhe. Notieren Sie, nach welcher Zeit er auftritt und ob er Sie zum Abbruch zwingt.

Auf der Treppe oder beim Hocken

Diese Bewegungen belasten die Vorderseite des Knies stark. Schmerzen beim Treppensteigen nach unten, beim Hocken oder beim Aufstehen von einem Stuhl deuten eher auf die Kniescheibe und die Patellasehne hin.

In Ruhe oder beim Aufwachen

Eine Steifigkeit beim Aufstehen, die nach wenigen Minuten Gehen verschwindet, ist bei Arthrose häufig. Eine lange anhaltende Steifigkeit mit einem warmen oder ohne ersichtlichen Grund geschwollenen Knie sollte jedoch ärztlich abgeklärt werden.

Nachts

Ein Beschwerden, die beim Zubettgehen oder in bestimmten Positionen auftreten, haben eine andere Bedeutung als ein Schmerz, der Sie regelmäßig weckt. Wir erläutern diese Situationen im Artikel über Knieschmerzen in der Nacht.

Was Schmerzen häufig begünstigt

  • Eine plötzliche Steigerung der Aktivität: mehr Kilometer, mehr Trainingseinheiten, eine ungewohnte Wanderung.
  • Wenig beanspruchte Muskeln: Oberschenkelmuskulatur, hintere Oberschenkelmuskulatur und Gesäßmuskulatur tragen zur Stabilität des Knies bei.
  • Ein Stoß oder eine Verdrehung: Sturz, ein am Boden feststeckender Fuß, eine plötzliche Richtungsänderung.
  • Das Alter: mit der Zeit kann sich der Knorpel verschleißen, und Arthrose wird häufiger.
  • Langes Verharren in bestimmten Positionen: viele Stunden auf den Knien, im Hocken oder im Sitzen mit angewinkelten Beinen.

Einfache Maßnahmen im Alltag

Wenn keine Warnzeichen vorliegen (siehe unten), helfen einige einfache Vorsichtsmaßnahmen oft dabei, eine Phase mit Beschwerden zu überbrücken.

  • Anpassen statt aufhören: Reduzieren Sie die Aktivitäten, die den Schmerz auslösen (Laufen, Springen, wiederholtes Treppensteigen), ohne sich völlig ruhigzustellen. Gehen auf ebenem Gelände oder Radfahren mit geringem Widerstand werden oft besser vertragen.
  • Kälte, aber richtig angewendet: Nach einer Aktivität kann eine Kältepackung für höchstens 15 bis 20 Minuten, mit einem dünnen Tuch dazwischen, Linderung verschaffen. Unser Leitfaden zur richtigen Anwendung einer Kältepackung erinnert an die Vorsichtsmaßnahmen.
  • Die Muskeln trainieren: ein schrittweises Kräftigungstraining für Oberschenkel und Hüften gehört zu den häufigsten Empfehlungen. Hier finden Sie einfache Übungen zur Kräftigung des Knies, die schmerzfrei durchgeführt werden können.
  • Schrittweise wieder einsteigen: Erhöhen Sie die Dauer oder Intensität nach und nach, niemals beides gleichzeitig.
  • Die Ausrüstung überprüfen: Abgenutzte oder für Ihre Aktivität ungeeignete Schuhe können eine Rolle spielen.

Manche Menschen empfinden während der Aktivität auch das Gefühl der Stabilität durch eine Kniebandage oder eine Patellabande als angenehm. Es handelt sich dabei um ein Komfortzubehör, nicht um eine Lösung für die Ursache des Schmerzes; unsere Seite Welche Kniebandage sollte man wählen hilft Ihnen bei der Orientierung entsprechend Ihrer Aktivität.

Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?

Suchen Sie rasch einen Arzt auf, wenn:

  • der Schmerz nach einem Stoß, Sturz oder einer Verdrehung auftritt, insbesondere wenn Sie ein Knacken gehört haben;
  • Sie den Fuß nicht mehr aufsetzen oder das Bein nicht mehr vollständig beugen oder strecken können;
  • das Knie schnell angeschwollen ist, deformiert aussieht oder blockiert;
  • das Knie „wegknickt“ und Sie das Gleichgewicht verlieren;
  • das Knie warm und rot ist und Sie Fieber haben;
  • die Wade geschwollen, warm oder schmerzhaft ist.

Vereinbaren Sie einen Termin, wenn:

  • der Schmerz trotz relativer Schonung länger als einige Tage anhält;
  • er bei jeder Belastung zurückkehrt oder sich verschlimmert;
  • er Sie nachts weckt;
  • er Sie bei alltäglichen Bewegungen einschränkt.

Ihr Hausarzt ist die erste Anlaufstelle: Er kann das Knie untersuchen, bei Bedarf eine Bildgebung veranlassen und Sie an einen Spezialisten oder Physiotherapeuten überweisen. Auch Ihr Apotheker kann Sie beraten und Ihnen sagen, ob Sie einen Arzt aufsuchen sollten.

Fazit

Bei Knieschmerzen ist es hilfreich, genau zu beschreiben, wo sie auftreten, seit wann, zu welchem Zeitpunkt und nach welcher Bewegung. Wenn Sie sich zwei Minuten Zeit nehmen, diese Punkte zu notieren, wird die ärztliche Untersuchung effektiver. Bis dahin passen Sie Ihre Aktivitäten an, ohne sich ruhigzustellen, wenden Kälte gezielt an und trainieren Ihre Muskeln. Bei einem Stoß, einer Schwellung, einer Blockade oder einem warmen, geröteten Knie sollten Sie nicht zögern, ärztlichen Rat einzuholen.

Häufige Fragen

Sollte man Sport bei Knieschmerzen abbrechen?

Nicht unbedingt. Es wird oft empfohlen, die Aktivitäten zu reduzieren, die den Schmerz auslösen, anstatt ganz aufzuhören. Wenn der Schmerz anhält oder sich verschlimmert, holen Sie vor der Rückkehr zur normalen Aktivität den Rat eines Arztes ein.

Wärme oder Kälte bei einem schmerzenden Knie?

Nach einer Belastung ist Kälte die häufigste Maßnahme: höchstens 15 bis 20 Minuten mit einem dünnen Tuch dazwischen. Wärme wird eher bei Steifigkeit ohne Schwellung angewendet. Im Zweifelsfall lassen Sie sich von Ihrem Apotheker beraten.

Kann ein Knieschmerz von der Hüfte kommen?

Ja, das ist möglich: Manche Hüftschmerzen machen sich im Knie bemerkbar. Das ist ein weiterer Grund, einen anhaltenden Schmerz ärztlich untersuchen zu lassen.

An wen sollte man sich bei Knieschmerzen wenden?

Beginnen Sie mit Ihrem Hausarzt. Er wird Sie bei Bedarf an einen Sportmediziner, Rheumatologen, orthopädischen Chirurgen oder Physiotherapeuten überweisen.

Reicht eine Kniebandage aus, wenn das Knie schmerzt?

Nein. Eine Kniebandage vermittelt ein Gefühl der Stabilität und des Komforts, ersetzt aber keinen ärztlichen Rat, wenn der Schmerz anhält.

Die Informationen in diesem Artikel sind allgemeiner Natur und ersetzen nicht die Beratung einer medizinischen Fachkraft. Wenn Knieschmerzen anhalten, sich verschlimmern oder Sie beunruhigen, suchen Sie einen Arzt auf.

Gezielte Unterstützung, direkt unter der Kniescheibe.

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